Dienstag, 26. Juli 2011

They tried to make me go to rehab, I said: No, I join the Club 27.

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(nvh) Die Autorenrunde von luserlounge hatte gestern kurz darüber diskutiert, ob man den Tod von Amy Winehouse näher thematisieren sollte. Grund der Diskussion war, dass wir gar nicht so schnell schreiben können, wie Meinungen und Aussagen zu ihrem Tod im Internet hochkommen. Viele Sender und Blogs schreiben Artikel. Manche treffen unsere Meinung gut, andere schießen weit am Ziel vorbei. Und doch möchte ich mir, nach Rücksprache mit den Kollegen, ein paar Minuten Zeit nehmen und über das Thema "Amy Winehouse" und den berühmt-berüchtigten "Club 27" philosophieren.


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Der Club 27? Ja es gibt ihn. Es ist ein "Club", den die Medien 1994 nach dem Selbstmord von Kurt Cobain erschufen. Mithochbeschworen wurde er durch den Biografen von Cobain, der den Anschein machte, Cobain habe bewusst den Suizid mit 27 gesucht, um jenem Club anzugehören. Mitglied darin wird man, wenn man ein Erfolgsmusiker ist/war und im Alter von 27 Jahren vom Leben scheidet. 
Es gibt mittlerweile bereits mehrere Mitglieder, doch der Vorstand besteht aus den fünf Gründungsmitgliedern:

Brian Jones (1969), Jimi Hendrix (1970), Janis Joplin (1970), Jim Morrison (1971) und Kurt Cobain (1994).

Jedoch gibt es keinen statistisch signifikanten Beweis dafür, dass überdurchschnittlich viele Erfolgsmusiker mit 27 Jahren von uns gingen, aber der Club konnte sich in der Öffentlichkeit manifestieren. Und passend dem Zitat "so wie es der Teufel will" bekommt der Club nun ein Mitglied, wie es besser nicht passen könnte: Amy Winehouse (2011). Zu ihren besten Zeiten - also zu Lebzeiten - oft mit Janis Joplin verglichen, als Ausnahmetalent betitelt, fünf Grammies gewonnen, die Reformatin des Souls des 21. Jahrhunderts. Diese unverkennbare Stimme tritt dem Club 27 bei mit der Todesursache zum heutigen Tage: "unbekannt". Erste Toxintests konnten leider keine Aufklärung über die Todesursache aufdecken. Dabei sind wir uns doch alle einig was passiert ist und warten nur auf  die Bestätigung durch den Obduktionsbericht. So wirklich überrascht war man ja doch nicht, als man von der Nachricht erfuhr. Da war das damals bei MJ irgendwie doch noch anders. 

Doch bleibt eins immer gleich: Amys Album "Back to Black" ist wieder in den Charts und die Verkaufszahlen stiegen in dieser Woche um das 37fache. Nun ist sie nicht nur mehr irgendeine Gammy-Gewinnerin, sondern eine Legende. Denn jetzt wird sie als Solche betrachtet, egal ob man mal betrunken in Belgrad auf der Bühne stand oder jahrelang von der britischen Presse als Drogenkind vorgeführt wurde. All das sei vergessen. Jetzt  sitzt sie mit Brian, Joplin, Hendrix, Morrison und nicht zu vergessen dem selbst eingeladenen Cobain auf der gleichen Couch. Es wird gejammt und natürlich ein wenig konsumiert. Sonst macht das doch alles keinen Spaß mehr.

Danke liebe Medien.


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